EAN im Onlineshop eintragen: Shopify, WooCommerce, Shopware
Die EAN tragen Sie in Shopify im Feld „Barcode“ der jeweiligen Variante ein, in WooCommerce seit Version 9.2 im Feld „GTIN, UPC, EAN oder ISBN“ und in Shopware im Feld „EAN“ des Produkts bzw. der Variante. Entscheidend ist, dass jede Variante ihre eigene Nummer hat und der Feed sie als gtin weitergibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die EAN gehört an die Variante, nicht an das Hauptprodukt.
- Shopify erlaubt seit September 2026 bis zu 20 Barcodes pro Variante; Kanäle lesen den ersten.
- WooCommerce hat seit Version 9.2 ein eigenes GTIN-Feld, auch für Variationen.
- In Shopware erben Varianten die EAN des Hauptartikels, wenn Sie sie nicht überschreiben.
- Vor jedem Import Prüfziffern kontrollieren und führende Nullen gegen Excel schützen.
Ein Modelabel startet mit Google Shopping, lädt den Feed hoch, und nach zwei Tagen meldet das Merchant Center bei allen 36 Artikeln dasselbe Problem: falsche GTIN. Die Nummern waren eingetragen, aber nur am Hauptprodukt, und alle Größen und Farben haben sie geerbt. Wer die EAN eintragen will, muss sie an die einzelne Variante schreiben, nicht an das Produkt darüber. Wo genau das Feld liegt, unterscheidet sich je nach Shopsystem.
Diese Anleitung zeigt die Felder in Shopify, WooCommerce und Shopware, erklärt den Weg der Nummer in den Produktfeed und listet die Fehler, die in der Praxis am häufigsten auftreten.
Warum die EAN in den Shop gehört
Für den eigenen Onlineshop ist die EAN keine Pflicht. Sie wird aber an mehreren Stellen gebraucht, sobald der Shop wächst:
- Google Shopping und Preisvergleiche erkennen Produkte über die GTIN. Laut Google kann ein Produkt, das eine GTIN hat, ohne sie nur eingeschränkt sichtbar sein.
- Marktplatz-Anbindungen zu Kaufland, OTTO oder eBay ordnen Ihre Angebote über die EAN den richtigen Produktseiten zu.
- Lager und Versand arbeiten schneller und fehlerfreier, wenn jede Variante per Scanner erfasst wird.
Der Shop ist dabei meist die zentrale Quelle. Was dort im EAN-Feld steht, landet über Feeds und Schnittstellen überall sonst.
- WarenwirtschaftNummer zentral vergeben
- Shop-VarianteEAN im Variantenfeld
- ProduktfeedFeld wird als gtin exportiert
- Google, MarktplatzProdukt wird eindeutig erkannt
EAN eintragen in Shopify: Feld „Barcode“ an der Variante
In Shopify heißt das Feld schlicht Barcode. Es sitzt nicht am Produkt, sondern an jeder Variante. Bei einem Produkt ohne Varianten finden Sie es direkt im Produktformular, bei einem Produkt mit Varianten öffnen Sie die Detailseite jeder Variante einzeln.
So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie unter Produkte den Artikel.
- Klicken Sie in der Variantenliste auf die erste Variante, etwa „M / Schwarz“.
- Tragen Sie die EAN im Feld Barcode ein und speichern Sie.
- Wiederholen Sie das für jede Variante oder nutzen Sie den Bulk-Editor.
Neu seit September 2026: mehrere Barcodes pro Variante
Laut Shopify-Changelog vom 8. September 2026 können Sie einer Variante jetzt bis zu 20 Barcodes zuweisen und jeweils einen Typ wählen: UPC, EAN, ISBN, GTIN oder ASIN, für interne Codes zusätzlich „Custom“. Werte mit Typ werden bei der Eingabe gegen das jeweilige Format geprüft. Im CSV-Export und -Import steht dafür die Spalte „Variant Barcodes“.
Wichtig für Ihre Feeds: Laut Shopify lesen Vertriebskanäle weiterhin den ersten Barcode einer Variante. Steht dort eine interne Lagernummer und die EAN erst an zweiter Stelle, kommt beim Kanal die falsche Nummer an. Legen Sie die EAN also immer an die erste Position.
WooCommerce: eigenes GTIN-Feld seit Version 9.2
Lange brauchte WooCommerce für EANs ein Plugin. Seit WooCommerce 9.2 (August 2024) gibt es ein eingebautes Feld mit der englischen Bezeichnung „GTIN, UPC, EAN, or ISBN“.
So finden Sie es:
- Öffnen Sie das Produkt und scrollen Sie zum Kasten Produktdaten.
- Bei einfachen Produkten wählen Sie den Reiter für das Inventar (englisch „Inventory“). Dort steht das Feld neben den Lagerangaben.
- Bei variablen Produkten öffnen Sie den Reiter Variationen und klappen jede Variation auf. Jede Variation hat ein eigenes GTIN-Feld.
Haben Sie früher ein Plugin für EANs genutzt, liegen die alten Nummern meist in einem eigenen Metafeld. Prüfen Sie dann zwei Dinge: Werden die Nummern ins neue Feld übernommen, und liest Ihr Feed-Plugin das richtige Feld aus? Sonst haben Sie zwei Felder, von denen nur eines gepflegt ist.
Shopware 6: Feld „EAN“ und die Vererbungsfalle
In Shopware tragen Sie die Nummer im Feld EAN des Produkts ein. Das Feld ist kein Pflichtfeld. Bei Varianten greift das Vererbungsprinzip von Shopware: Was am Hauptartikel steht, gilt für alle Varianten, solange Sie es dort nicht überschreiben.
Genau das ist die Falle aus dem Beispiel oben. Wer die EAN nur am Hauptartikel einträgt, gibt allen Varianten dieselbe Nummer. Im Shopware-Forum beschreiben Händler genau diesen Fall. Die Lösung:
- Öffnen Sie jede Variante, heben Sie die Vererbung beim Feld EAN auf und tragen Sie die eigene Nummer ein.
- Bei vielen Varianten ist der Import per CSV oder über die API schneller.
- Lassen Sie das Feld am Hauptartikel leer, damit keine Variante versehentlich eine fremde Nummer erbt.
Für den Google-Export nutzt Shopware eine Exportvorlage, die die GTIN aus product.ean liest. Im Forum wird eine sinnvolle Ergänzung diskutiert: Ist das Feld leer, gibt die Vorlage identifier_exists mit dem Wert FALSE aus, statt ein leeres gtin-Feld zu senden.
Die drei Systeme im Vergleich
| Shopify | WooCommerce | Shopware 6 | |
|---|---|---|---|
| Feldname | Barcode | GTIN, UPC, EAN, or ISBN | EAN |
| Ort | Variante (bzw. Produkt ohne Varianten) | Inventar-Reiter bzw. jede Variation | Produkt und Variante |
| Varianten | Eigene Nummer pro Variante | Eigene Nummer pro Variation | Erben vom Hauptartikel, wenn nicht überschrieben |
| Massenpflege | Bulk-Editor, CSV (Variant Barcodes) | CSV-Import, Plugins | CSV-Import, API |
| Besonderheit | Bis zu 20 Barcodes, Kanäle lesen den ersten | Natives Feld seit 9.2 | Vererbungsfalle |
Stand: Oktober 2026. Menüs und Bezeichnungen können sich mit Updates ändern.
| – | Shopify | WooCommerce | Shopware 6 |
|---|---|---|---|
| Eigenes Feld ab Werk | ja | ab 9.2 | ja |
| Eigene EAN pro Variante | ja | ja | überschreiben |
| Mehrere Barcodes je Variante | bis zu 20 | nein | nein |
| Pflichtfeld | nein | nein | nein |
| Massenimport per CSV | ja | ja | ja |
Warenwirtschaft: eine Quelle für alle Kanäle
Viele Händler in Deutschland verwalten ihre Artikel nicht im Shop selbst, sondern in einer Warenwirtschaft wie JTL-Wawi, die Shop und Marktplätze synchronisiert. Dann gilt: Die EAN wird nur dort gepflegt. Wer sie zusätzlich direkt im Shop ändert, riskiert, dass der nächste Abgleich sie überschreibt oder dass Shop und Marktplatz verschiedene Nummern zeigen.
Legen Sie fest, welches System führend ist, und tragen Sie Nummern nur dort ein.
Vom Shop in den Feed: die EAN als gtin
Für Google Shopping und viele Preisvergleiche muss die Nummer im Feed im Attribut gtin stehen. Wie sie dort hinkommt, hängt vom Weg ab: Shop-App, Feed-Plugin, Exportvorlage oder Feed-Dienstleister. Drei Punkte sollten Sie bei jedem Weg kontrollieren:
- Richtiges Quellfeld: Liest der Export wirklich das EAN-Feld der Variante, oder ein altes Plugin-Feld?
- Eine Zeile pro Variante: Jede Größe und Farbe braucht im Feed eine eigene Zeile mit eigener gtin. Laut Google sollen Varianten jeweils ihre eigene Kennzeichnung haben.
- Kein Wert ist besser als ein falscher: Hat ein Produkt keine EAN, lassen Sie gtin leer und übermitteln Marke und MPN oder
identifier_exists= false. Google empfiehlt, eine GTIN nur anzugeben, wenn Sie sicher sind, dass sie stimmt.
Öffnen Sie nach jeder Änderung den exportierten Feed als Datei und kontrollieren Sie Stichproben. Das dauert fünf Minuten und zeigt Fehler, bevor Google sie meldet.
Praxisbeispiel: 12 Varianten sauber anlegen
Ein Shop verkauft eine Trinkflasche in zwei Größen (500 ml, 750 ml) und sechs Farben. Das sind 12 Varianten und damit 12 EANs. So läuft es ohne Fehler:
- Nummern zuordnen: In einer Tabelle bekommt jede Kombination eine Nummer, zum Beispiel 4012345678017 für „500 ml / Salbei“, 4012345678024 für „500 ml / Sand“ usw.
- Prüfziffern prüfen: Alle 12 Nummern laufen durch das EAN-Prüftool.
- Als Text speichern: Die EAN-Spalte wird in der Tabellenkalkulation als Text formatiert. Excel wandelt lange Zahlen sonst in die Exponentialschreibweise um (4,01235E+12) und zerstört die Nummer.
- Importieren: CSV-Import in den Shop, Abgleich über die SKU.
- Feed prüfen: Im exportierten Feed muss jede Variante eine andere gtin haben. Ein schneller Blick auf doppelte Werte genügt.
Wie viele Nummern Sie für Varianten, Sets und Neuheiten einplanen sollten, erklärt unser Ratgeber zu Varianten.
Ehrlich gesagt: Wann GS1-Nummern nötig sind
Im eigenen Shop, für Google Shopping bei unmarkierten Produkten oder Eigenprodukten und auf Marktplätzen wie Kaufland oder eBay, die eine gültige, eindeutige EAN verlangen, funktionieren unsere Nummern in vielen Fällen. Sie kaufen sie einmalig ohne Abo, jede wird nur einmal verkauft und in unserem Register Ihrem Unternehmen zugeordnet.
Sie stammen aber nicht aus einer GS1-Mitgliedschaft Ihres Unternehmens und erscheinen nicht unter Ihrem Namen bei Verified by GS1. Eine Mitgliedschaft bei GS1 Germany ist die bessere Wahl, wenn Sie Markenprodukte bei Amazon verkaufen, an Zalando, Supermärkte oder Handelsketten liefern oder Ihre Partner einen GS1-Eintrag verlangen. Für Google Shopping erklärt unsere Seite EAN-Codes für Google Shopping, worauf es ankommt.
Was Sie jetzt tun können
- Prüfen Sie, ob in Ihrem Shop jede Variante eine eigene EAN hat, nicht nur das Hauptprodukt.
- Shopify: Setzen Sie die EAN an die erste Barcode-Position der Variante.
- WooCommerce: Kontrollieren Sie, ob Ihr Feed-Plugin das neue GTIN-Feld ausliest.
- Shopware: Heben Sie die Vererbung bei Varianten auf und lassen Sie das Feld am Hauptartikel leer.
- Exportieren Sie den Feed und suchen Sie nach doppelten oder leeren gtin-Werten.
Häufige Fragen
Ist die EAN im eigenen Onlineshop Pflicht?
Nein. Für den eigenen Shop schreibt kein Gesetz eine EAN vor. Sie wird aber nützlich, sobald Sie Produktfeeds an Google Shopping oder Preisvergleiche senden, an Marktplätze anbinden oder im Lager per Scanner arbeiten. Wer das plant, trägt die Nummern am besten von Anfang an ein.
Was ist der Unterschied zwischen SKU und EAN im Shop?
Die SKU ist Ihre interne Artikelnummer und darf aussehen, wie Sie wollen, etwa TS-BASIC-M-SW. Die EAN ist eine weltweit eindeutige 13-stellige Nummer mit Prüfziffer, die Marktplätze und Google zur Identifikation nutzen. Beide Felder sollten gefüllt sein, sie ersetzen sich nicht gegenseitig.
Kann ich eine UPC statt einer EAN eintragen?
Ja. Das GTIN-Feld von WooCommerce und der Barcode-Typ UPC in Shopify nehmen 12-stellige UPC-Codes auf, und Google akzeptiert GTINs mit 8, 12, 13 oder 14 Stellen. Wenn Ihr System oder ein Marktplatz nur 13 Stellen zulässt, stellen Sie eine Null voran. Unser UPC-EAN-Konverter erledigt das und prüft dabei gleich die Prüfziffer.
Warum zeigt Google trotz eingetragener EAN „GTIN fehlt“ an?
Meist wird das Feld nicht in den Feed übernommen, etwa weil ein Feed-Plugin ein anderes Feld liest oder die Nummer nur am Hauptprodukt steht. Prüfen Sie den exportierten Feed direkt. Die einzelnen Fehlermeldungen und ihre Lösungen erklärt unser Ratgeber zu GTIN-Fehlern im Merchant Center.
Darf ich dieselbe EAN für ein Produkt in zwei Shops verwenden?
Ja, solange es exakt dasselbe Produkt ist. Die EAN identifiziert das Produkt, nicht das Angebot. Sie verwenden sie also im eigenen Shop, auf Kaufland und bei eBay gleich. Eine neue Nummer brauchen Sie nur für ein anderes Produkt oder eine andere Variante.
Quellen
- Multiple barcodes in variants – Shopify Changelog
- Product variant barcode is being replaced by barcodes – Shopify Developer Changelog
- Introducing GTIN, UPC, EAN or ISBN support – FooSales
- EAN Nummern bei Varianten – Shopware Community Forum
- Produkte ohne EAN – Shopware Community Forum
- GTIN [gtin] – Google Merchant Center-Hilfe
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